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Reiner Holthaus
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foto / ingrid holthaus
foto / ingrid holthaus

Kommentare: 212
  • #212

    Elke Panke (Donnerstag, 14 Dezember 2017 11:33)

    Lieber Reiner, zu „sichtschutz“:
    Ein typischer Holthaus in Grau-Weiß-Schwarz Deutlich erkennbar die Strukturen des Sichtschutzes, also die Falten, Nähte, Linien … Das Licht-Schatten-Spiel erinnert an eine Szene aus einem Scherenschnitt-Theater. Hinter der Abdeckplane befindet sich wohl eine „Baufläche“; hier wird ein Raum renoviert, saniert oder neu dekoriert. In der rechten Bildhälfte, unten, zeichnet sich schemenhaft an einer dunklen Stelle ein Möbel (kleiner Tisch?) ab. Die anderen Objekte scheinen Regale und (Holz)-Stangen zu sein. Das Bildwerk ist in sich ein „verstecktes Ensemble“. Im übertragenen Sinne denke ich natürlich daran, wie viele Menschen einen Sichtschutz um sich herum errichten, um ihre wahre Gefühls- und/oder Gedankenwelt zu verbergen. Meist ist diese Schutzmauer unsichtbar, bisweilen aber auch gut sichtbar, z. B. Gartenzäune oder Hecken. Im Großen und Ganzen geht es bei Abzäunungen oder Grenzen ja entweder um Schutz und/oder Abwehr. Ich denke, die meisten Menschen sollten einmal tief in sich hineinhorchen: Wovor oder vor wem möchte ich mich schützen? Was oder wen möchte ich abwehren? Und wenn wir diese Fragen zutiefst verinnerlichen, werden wir die Antworten in uns selbst finden –Misstrauen, Ablehnung, schlechtes Gewissen, Angst, Scham, Lust und Leidenschaft … und … und … und.
    „sichtschutz“ ist wieder einmal ein subtiles, inspirierendes, bühnengerechtes Bildwerk in nahezu malerischer Vollendung.
    Herzlichst
    Elke

  • #211

    Elke Panke (Sonntag, 26 November 2017 13:07)

    Lieber Reiner, zu "vielleicht leicht":
    Erneut ein sehr ästhetisches Bildwerk in kühlen Farben. Ja, die feinen Grau-Nuancierungen und die Form/en nehmen dem Bildwerk die Strenge und verleihen ihm Lebendigkeit, die an ein vogelähnliches, aufsteigendes Wesen denken lassen. Spirituell betrachtet denke ich bei diesem Symbol der Leichtigkeit an den leichten Sinn - nicht mit dem Leichtsinn zu verwechseln. Ich spüre so manchem Glücksmoment in meinem Leben nach, an dem ich mich beschützt und mit Leichtigkeit getragen fühlte. Es ist einfach so: Wenn es mir gelingt, Schweres, Belastendes, Unabänderliches mit Leichtigkeit zu betrachten und zu akzeptieren und als einen Sinn stiftenden Teil meines Lebens anzunehmen, dann öffnet sich der Bleivorhang der Verzweiflung und enthüllt das dahinter liegende federleichte Szenarium eines wundervollen, bunten Lebens.
    Lieber Reiner, dir gelingt es stets aufs Neue, uns Betrachtende auch durch ein NUR auf den ersten Blick "zurückhaltendes" Bildwerk in die Geheimnisse eines Glück erfüllten Lebens einzuweihen.
    Ein Bildwerk wie ein geistiger Höhenflug!
    Herzlichst
    Elke

  • #210

    Elke Panke (Montag, 13 November 2017 10:36)

    Lieber Reiner, zu „schneewittchen und die sieben zwerge“:
    Auf dem farbarmen Bildwerk meine ich brennende Kerzen im Fotonegativ und unscharf dargestellt zu erkennen. Dieses Werk besitzt für mich eine unaufdringliche, bewusst zurückgenommene Spiritualität. Es versetzt mich nicht nur in eine vorweihnachtliche Stimmung, sondern darüber hinaus auch in einen Teil meiner Kindheit. So erinnere ich mich an weihnachtliche, längst verblichene Kindheitsszenen, in denen meine Geschwister und ich vor dem Fernseher saßen und „Wir warten aufs Christkind“ schauten … Märchenfilme wie „Peterchens Mondfahrt“ oder „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Ich erinnere mich allerdings ebenso an ehrfurchtsvolle Momente in meinem Leben, in denen mich eine sehr seltsame, beinahe heilig zu nennende Stille umgab und erfüllte. Ja, mir kommen die Momente des Abschieds von meiner Mutter, meinem Bruder, meinem Vater und meiner Schwester in den Sinn.
    Dieses Bildwerk besitzt ein universales Energiepotential – es ist Labsal für die Seele, es wirkt wie ein Balsam, das die Wunden einer Seele, so wie sie etwa beim Tode oder beim Verlust geliebter Menschen entstehen, beruhigt und heilt.
    „schneewittchen und die sieben zwerge“ - ein witziger, kinderleichter Titel für ein zutiefst berührendes Seelen- und Heilungsbild, das unser inneres, unschuldiges, vertrauensvolles, an Märchen und Wunder glaubendes Kind wieder aufleben lässt.
    Ein kugelrundes, schokoladenverschmiertes, lachendes Dankeschön, lieber Reiner!
    Herzlichst
    Elke

  • #209

    Elke Panke (Mittwoch, 08 November 2017 10:13)

    Lieber Reiner, zu „schiefe ebene“:
    Ich bin mir nicht sicher, was ich sehe: Wände mit Rahmen? Jedenfalls wird sich das Auge des Betrachters auf den schiefen schwarzen Balken in der Bildmitte fixieren. Dieser tiefschwarze Balken bildet einen harten Kontrast zu den hellen, sanften und leicht schlierigen Grautönen.
    Von Physik und Mechanik verstehe ich nichts, aber mir fallen viele Dinge ein, die ich mit einer „schiefen Ebene“ assoziieren könnte. Daher denke ich bei diesem kühl-ästhetischen Bildwerk an all jene, die „schief liegen“, „schief gewickelt sind“, „abrutschen“ oder „abstürzen“, sich auf „wackligem Boden“ befinden – oder einfach nur an „schräge Ideen“ in der Kunst oder an gefährliche Neigungen. Es ist auch nicht leicht, im Leben stets „die Balance zu halten“; es gibt darüber hinaus viele „Schieflagen“ im alltäglichen Leben – so vieles befindet sich – sozialpolitisch betrachtet - in einem Ungleichgewicht (= die Schere zwischen Arm und Reich).
    Ungewöhnlich an diesem Bildwerk ist die "Schieflage" des Balkens auf der Bildfläche, die der bestimmende Teil des Kunstwerks ist, und die ausreicht, umfassendste und
    verschiedenste Aspekte des menschlichen (Zusammen-)Lebens bildnerisch aufzuzeigen und zu veranschaulichen. Hier wird die Kunst zu einem kreativen Instrument. Lieber Reiner, „schiefe ebene“ zeigt, wie sich der Geist deiner Kunst verhalten kann, nämlich unaufdringlich und eindringlich gleichermaßen.
    Ein avantgardistisches, sozialkritisches Bildwerk!
    Große Klasse!
    Herzliche Grüße auch an Ingrid
    von Elke

  • #208

    Elke Panke (Sonntag, 05 November 2017 17:44)

    Hallo Reiner, nochmals zu "kein Publikum":
    Was auch bei diesem Motiv fasziniert, ist der Kontrast zwischen dem Wasser (Bewegung, weich, nachgebend) und dem Stadion (unbeweglich, fest, stabil). Auch die unterschiedlichen Formen und Strukturen von Wasser und Stadion sind sehr interessant in Bezug zur Bildinterpretation. Das Wasser könnte das Material des Stadions aufweichen und die zerbröckelnden Stadion-Fragmente könnten im Wasser versinken ... Im übertragenen Sinne:
    Das Weiche ist stärker ...
    Extraklasse!
    Tschüssi
    Elke

  • #207

    Elke Panke (Sonntag, 05 November 2017 15:39)

    Lieber Reiner, zu "kein publikum":
    Ein Bild in sanften Grau- und Blautönen - ein leeres Stadion sowie eine ruhige Wasseroberfläche. Dieses Werk ist ein philosophisches und fordert zum Sinnieren heraus: Ohne Sportler, ohne Sänger und Musiker, ohne Schauspieler, ohne Maler, Fotografen und Bildhauer, Erzähler, ohne Zauberer und Gaukler ..., ohne Idole, die uns zu eigenen Aktivitäten sowie Leistungen und zu unserer eigenen Kreativität heraus- bzw. auffordern, wäre das Leben nicht halb so bunt - es wäre eine Grauzone und kein schillernder Boulevard. Und ohne Publikum, ohne Applaus, aber auch ohne Kritiken würden Künstler verdörren und Sportler einrosten. Ja, Künste und Kulturen würden untergehen!
    Ein schlichtes Werk mit großem Anspruch!
    Herzlichst
    Elke

  • #206

    Elke Panke (Montag, 30 Oktober 2017 15:11)

    Lieber Reiner, zu „dickicht“:
    Dieses Beinahe-S/W-Bildwerk gefällt mir besonders gut. Einzelne Gräser bzw. Ackerkräuter glänzen durch ihre goldene Getreidefarbe. Auch perspektivisch sehr interessant - die Naturaufnahme wirkt tatsächlich wie ein echtes Dickicht. Bei diesem Bildwerk denke ich an den herannahenden Winter, der die Natur in ihrer anmutigen Kargheit zeigt. Beim Betrachten von „dickicht“ wird die winterliche Melancholie, Stille und Friedlichkeit spürbar. Ich träume … Über den Dächern fährt ein Schiff aus dicken grauen Wolken, beladen mit dem Licht der Sonne. Leblose Blätter wehen auf die feuchte Wiese. In einer Häuserecke zittert der letzte Löwenzahn im kühlen Wind. Auf einem Fenstersims leckt sich eine getigerte Straßenkatze die Pfötchen. Ein alter, gebeugter Mann geht spazieren, schlägt sich den Mantelkragen hoch und zieht sich die Mütze tiefer ins bärtige Gesicht – und auf dem Friedhof wird das Wasser abgestellt …
    Eine wunderschöne Naturimpression, die durch ihre Schlichtheit, die großartig ist, besticht! Beeindruckend!
    Liebe Grüße
    Elke

  • #205

    Elke Panke (Freitag, 27 Oktober 2017 10:49)

    Lieber Reiner, einfach so mal zwischendurch:
    Du kreierst deine Werke künstlerisch einzigartig, mit einer genialen Kreativität und Originalität. So ist jedes deiner Bildwerke eine visuelle Botschaft und wird zu einer Hommage an irgendetwas oder an irgendwen.
    Alle Bildwerke zeugen von höchstem Können. Und selbst - oder gerade - in der Abstraktion deiner Werke erkennen die Betrachtenden Wirklichkeiten, persönliche Wahrheiten und Weisheiten. Einerlei, ob sie verstörend, appellierend, provozierend, bezaubernd, erheiternd, harmonisierend, begeisternd, beseelend, enthüllend, gefährlich, ironisch, schmerzlich, interessant, charmant, sensibilisierend oder sonst wie wirken –
    sie heischen niemals nach bloßer Effekthascherei, denn sie wollen das Antlitz des Guten und die Fratze des Bösen und, nicht zuletzt, das Gesicht des Dazwischen und Mittendrin bildnerisch-malerisch widerspiegeln.
    Du gehörst zu den allzeit Suchenden und Strebenden, deren großartiges Talent längst zur künstlerischen Berufung geworden ist. Nur wenige Kunstfotografen in aller Welt bilden die Realität so fantasievoll und die Fantasie so realistisch ab wie du.

    Ich wünsche Ingrid und dir ein schönes Wochenende! Alles Liebe von Elke

  • #204

    Beate C. Weiland (Mittwoch, 25 Oktober 2017 16:12)

    für "verwerfungen":

    Neue Wesen entstehen, wenn Erdplatten sich über einander schieben. Aus geomantischer Sicht betrachtet. Inspiriert von deinem Titel.
    Ein Fabelwesen reckt sich im Licht, während sein Schatten im Dunkel etwas zu rufen scheint.
    Es paßt sehr gut in diese Zeit.

    Lieber Reiner,

    da ist dir eine schöne kleine Bildgeschichte vor die Linse gelaufen, die meine Fantasie fein beflügelt!

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #203

    Elke Panke (Mittwoch, 25 Oktober 2017 14:25)

    Lieber Reiner, nochmals zu "verwerfungen":
    Bei diesem Objekt bzw. Material könnte es sich auch um Versteinertes handeln, das aufbricht. Und nur wenn starre Strukturen oder Herzen aus Stein brechen, entwindet sich den "Ruinen" die Krone des Lebens und die
    Blüte der Liebe.
    Auch diese philosophisch-poetischen Gedanken kommen mir, lieber Reiner, beim Betrachten deines
    grandiosen Bildwerkes NATÜRLICH in den Sinn.
    Herzliche Grüße auch an Ingrid
    Elke

  • #202

    Elke Panke (Mittwoch, 25 Oktober 2017 14:02)

    Lieber Reiner, zu "verwerfungen":
    Whow!!! Spontan denke ich bei "verwerfungen", einem S/W-Bildwerk, an das Gesicht eines Raubsauriers!
    Aber der Bildtitel verweist auf etwas anderes. Licht und Schatten zaubern staunenswerte Effekte.
    Es handelt sich um ein ledriges, an den Rändern ausgefranstes und im Schattenbereich gefältetes
    Material. Im Vordergrund ist das "Objekt" kristallklar, so dass die Strukturen, Einkerbungen und
    Ausbuchtungen deutlich zu erkennen sind. Der Bildhintergrund verschwimmt, scheint sich aufzulösen.
    Nein! Nein! Nein! Dieses Mal nichts Philosophisches. Ich sehe immer noch einen Saurierschädel.
    Das Viech befindet sich in einer verödeten Landschaft. Vielleicht passiert gerade DIE Katastrophe?!
    "verwerfungen" meint bestimmt, dass der liebe Gott seinen Saurier-Plan verworfen und einen Asteroiden
    auf die Erde stürzen ließ, um diese Viecher auszulöschen. Sein Menschen-Plan gefällt ihm wohl besser ...
    Was auch immer - ein spektakuläres Bildwerk, sensationell!
    Oh, ich liiieeebe Saurier!
    Tschüssi
    Elke

  • #201

    Beate C. Weiland (Montag, 23 Oktober 2017 14:59)

    für "sternenstaub":

    Lieber Reiner,

    einfach schön!
    Auch invertiert haben die Lichttänzer auf den Wassern ihren ganz eigenen Reiz. Das könnte ja fast der Bodensee sein .... ☺

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #200

    Elke Panke (Sonntag, 22 Oktober 2017 16:07)

    Lieber Reiner, zu "sternenstaub":
    Beim Öffnen deiner Homepage baute sich dein Bildwerk sehr langsam auf, so dass sich der Titel zunächst vor mir verbarg. Spontan dachte ich an Asche im Schnee. Aus Kindertagen weiß ich noch, dass meine Mutter mir manchmal im Winter erkaltete und zerstobene Ascheklümpchen in einem kleinen Eimer mit nach draußen gab. Die durfte ich auf die schneebedeckten Wege vor und hinter unserem Haus streuen.
    Beim genaueren Betrachten von "sternenstaub" entdeckte ich jedoch die sternenförmigen dunklen Punkte auf schneeweißem Hintergrund, der an manchen Stellen von lichtklaren Schlieren durchzogen scheint.
    Jetzt assoziiere ich mit dem Bildwerk "sternenstaub" vom Himmel gefallene Sterne, die ja, wenn wir sie am Himmel sehen, tatsächlich bereits seit Jahrmillionen erloschen sind.

    Eine Frage taucht in meinem Geist auf:
    Was wäre, wenn jeder Fausthieb einen Stern vom Himmel fallen ließe? ...

    Und ein kleines Gedicht:
    Sterne
    Geheiligt ist ihr Fühlen
    Gesegnet ist ihr Herz
    O wie himmlisch deine Boten
    O wie göttlich ist ihr Schmerz

    Lieber Reiner, ein Bildwerk, das uns bezaubert und in den Bann zieht.

    Herzlichst
    Elke

  • #199

    Beate C. Weiland (Freitag, 20 Oktober 2017 19:03)

    für "gegenwind":

    im sturm
    erobert

    denkt sich
    der gegenwind

    weit gefehlt

    das wesen
    hält stand

    im schutz
    seiner flügel

    so zieht er dahin
    der gegenwind

    bcw


    Lieber Reiner,

    mein erster Gedanke beim Betrachten von Gegenwind war: vollzogenes Aikido. Sein Bestes geben und dennoch entspannt bleiben (Dan Millman). Dem Angreifer die Bewegung lassen und mitgehen, das tun in diesem Fall die Flügel und so ist das Wesen im Innen zentriert und geschützt. Ein sehr feines Bild, lieber Reiner.

    Liebe Grüße
    von Beate




  • #198

    Beate C. Weiland (Freitag, 20 Oktober 2017 07:40)

    Lieber Reiner,

    es ist zwar ein ganz anderes Bild, aber es erinnert mich doch an "Portrait II" im ff, dein jüngst eingestelltes "hier und dort". Liegend und sehr weiter entwickelt. Ich finde es strahlt trotz aller "Verstrickungen" Gelassenheit aus. vor allem unter diesem Licht!

    Liebe Elke, danke für deine Glückwünsche an mich.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #197

    Elke Panke (Dienstag, 17 Oktober 2017 17:00)

    Lieber Reiner, Galerie alt, Raum 01, zu „cathedral“:

    Ja, die Form erinnert an den Turm einer Kathedrale. Zwei gelbgoldene und zwei polarweiße nach obenhin spitz zulaufende Linien-Lichtkörper bilden gemeinsam mit ihrer nachtgrauen „Füllung“ den inneren Kern. Das Innere ist umhüllt von einer phönixgrauen Ummantelung. Rechts und links befinden sich die licht-goldenen und matt-orangen fedrigen, Schwingen ähnlichen, nach oben hin leicht gestuften, beinahe fließenden „Seitenwände“ dieser symbolisch-fiktiven Kathedrale auf alltagsgrauem Hintergrund. Ich hielt dieses Bildwerk schon einmal in meinen Händen, hielt es falsch herum und erkannte einen Engel. „cathedral“ besitzt einen eigentümlichen spirituellen Charakter. Erhabenheit und Demut entströmen dieser Kathedrale und laden zur Andacht, zum Meditieren und zum Beten ein. Zu „cathedral“ fällt mir Folgendes ein:
    Gott ist alles, Gott ist überall.
    Öffnen wir unsere Augen, klären wir unseren Blick.
    Wenn wir aufwachen, uns den Schlaf aus den Augen reiben,
    sehen wir nichts als Gott. Gott ist überall und alles:
    Blume, Baum, Vogel, Fisch, Krokodil, Löwe, Maus.
    Gott ist Tiefe und Höhe, Wurzel und Gipfel,
    entfaltet in alle Richtungen, wahrnehmbar in allen Geschöpfen,
    in allem Geschaffenen.
    Gott ist kein Geheimnis, Gott ist Offenbarung,
    ewiges Gebet, jenseits von Glauben und Zweifeln.
    In wachen, offenen, klaren und stillen Augenblicken
    Werden wir andächtig und begegnen der Unerschöpflichkeit Gottes.
    Nur in der Andacht wachsen wir über unsere Natürlichkeit hinaus,
    schwingen hinein ins Göttliche.

    „cathedral“: Majestätisch. Beseelend. Himmlisch.

    Herzlichst
    Elke

  • #196

    Elke Panke (Montag, 16 Oktober 2017 10:27)

    Hallo Beate,
    danke für deine Anmerkung bzgl. der Zeile "… nichts ist von Bedeutung – außer die Sehnsucht, erkannt und berührt zu werden." Die Wahrheit, die in dieser Zeile zum Ausdruck kommt ist selbstverständlich nicht neu, sie ist altbekannt und kann von uns allen bejaht werden, vorausgesetzt wir stehen zu uns selbst und verkennen unsere eigenen Gefühle und Wahrnehmungen nicht. Ene, meine, muh – und raus bist du … Unser Leben funktioniert ähnlich einem Abzählreim, der in Kinderspielen benutzt wird, um ein Kind aus der Gruppe auszuwählen, dem eine bestimmte Rolle in einem Spiel zufällt. Obwohl wir uns Tag für Tag anstrengen, unsere Rolle überzeugend darzustellen, fallen wir alltäglich durch irgendein Raser, oft ohne es zu bemerken. Wir versuchen mehr oder weniger erfolgreich, unser Inneres (= Seele) durch Verstellung und Verkleidung zu überspielen – ist es doch in manchen Situationen sinnvoll, seine wahren Gefühle oder Gedanken nicht zu offenbaren. Dramatisch kann es enden, wenn wir anfangen, uns in einer bestimmten Rolle so wohl und sicher zu fühlen, dass wir unser Selbst, also unsere wahre Identität, bühnengerecht versteckt halten und nur noch schauspielern. Das Leben führt uns jedoch vor Augen, dass wir uns nicht verstecken können. Es ertappt jeden von uns, früher oder später, und dann sind wir an der Reihe, dann müssen wir Farbe bekennen, uns für ein Pro oder Contra zu entscheiden und vor allem in Übereinstimmung mit unseren Gefühlen und Gedanken zu handeln. Es ist einfach so: Nur wer zu seiner wahren Identität steht und sie lebt, sein Selbst verwirklicht, wer sich bemüht, andere wie sich selbst zu verstehen, mit anderen, jedoch auch mit sich selbst Mitgefühl zu haben, wer ehrlich mit anderen und mit sich selbst ist, erhält die Chance, irgendwann einmal wirklich erkannt und wahrhaft berührt zu werden.
    DAS WÜNSCHE ICH DIR, LIEBE BEATE!
    Herzlichst
    Elke

  • #195

    Beate C. Weiland (Donnerstag, 12 Oktober 2017 11:44)

    für "hier und dort":

    viele Interpretationsmöglichkeiten fliegen mich an, doch eine bleibt: ich sehe einen liegenden Menschen, ganz klar sein Antlitz im Profil. Die Stirn, der Wimpernschlag, Nase und Kinn. Der Wimpernschlag, dieser Moment eines Augenblicks ist das Zentrum des Bildes, in dem ich zur Ruhe komme. Ein Mensch träumt vom Licht, es zischt förmlich nach oben. So ist er leicht, auch wenn die irdische Umgebung sehr schwer erscheint. Die Gedanken sind frei, die innere Einstellung ist frei und liegt in meiner Obhut. Gestern habe ich einen Song gehört, darin kam vor "du hast mich im Dunkeln gesucht und ich habe mich im Licht versteckt!", das paßt so schön zu diesem wunderschönen Bild, lieber Reiner.

    Die Zeile von Elke Panke "nichts ist von Bedeutung – außer die Sehnsucht, erkannt und berührt zu werden." ist wunderwunderschön.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #194

    Elke Panke (Donnerstag, 12 Oktober 2017 10:15)

    Korrektur:
    Die zweite Zeile meiner Bildinterpretation muss lauten:
    ... "Im Mittelgrund weht ein Schleier aus gleißendem Licht, das Wehen kaum wahrnehmbar." ...

  • #193

    Elke Panke (Donnerstag, 12 Oktober 2017 10:02)

    Lieber Reiner, zu „hier und dort“:

    Im Vordergrund erhebt sich eine massive grauschwarze, bauschig gefältete Wand.
    Kaum wahrnehmbar weht m Mittelgrund ein Schleier aus gleißendem Licht.
    Eine undurchdringliche Zone in verschiedenen Graunuancen befindet sich im Hintergrund.
    Das gesamte Bildwerk ist mit einem Gitternetz aus ineinander verschlungenen Lichtfäden durchwirkt –
    ein geheimnisvolles, kosmisches Muster im Gewebe der jenseitigen Welt.
    Auch der Titel „hier und dort“ weist über ein profanes Hier-und-da weit hinaus, nämlich mitten hinein
    in eine heilige Dimension außerhalb unserer weltlichen Begrenztheit, jedoch nicht unerreichbar.
    Meine Interpretation: Die Welt ist unbegreiflich. Wir werden sie nie verstehen, ihre Geheimnisse nie ergründen. Nehmen wir die Welt als das, was sie ist – ein Mysterium. Wenn wir diese Sichtweise verinnerlichen,
    dann werden wir eines Tages unsere persönliche Geschichte wegwerfen, weil wir sie nicht mehr brauchen; nichts ist von Bedeutung – außer die Sehnsucht, erkannt und berührt zu werden.
    Ja, wir beklagen den eisigen Atem der ewigen Trennung. Doch das Leben erzählt uns vom Zauber
    des Neubeginns. Nichts ist umsonst, nichts verloren. Alles hat seine Zeit, seinen Sinn, seine Bestimmung.
    Der Tod überwindet, er beschreitet den Weg der Wandelbarkeit, führt uns ins Friedensland –
    unsterbliches Leben.
    Lieber Reiner, dein Bildwerk visualisiert die Frage nach dem Leben, dem Tod und dem Danach.
    Dieses poetisch-philosophische Kunstwerk ist kein Mysterium, es ist eine Offenbarung!

    Liebe Grüße von Elke

  • #192

    Elke Panke (Montag, 09 Oktober 2017 16:50)

    Lieber Reiner, einfach mal so zwischendurch:
    Mathematik und Musik sind miteinander verknüpft, auch Logik und Poesie. Fotografie und Philosophie verbindet Folgendes miteinander:
    Zitat: „Sie nähern sich beide den Dingen des Lebens und beide versuchen, mehr zu erschließen, als die fünf Sinne erlauben. Sie (die Fotografie und die Philosophie) wollen ein Bild davon machen, was uns nahe geht, was uns also leiblich spürbar betrifft.“
    Nach dem Begriff „VISUELLES PHILOSOPHIEREN“ habe ich lange gesucht, ohne zu wissen, dass dieser Begriff existiert. Jetzt habe ich ihn in einem Artikel gefunden. Ja! Ich habe stets dahingehend empfunden, dass es DAS ist, was deine FOTOKUNST, lieber Reiner, ausmacht. Deine Bilder, also dein visuelles Philosophieren, fordert den Intellekt und den Instinkt heraus. Deine Werke inspirieren in einer Weise, wie es Texte, Geschichten, Gedichte oder Musik niemals fertig bringen könnten.
    KUNST kann nicht MEHR erreichen als DAS!
    Herzlichst Elke

  • #191

    Elke Panke (Sonntag, 08 Oktober 2017 18:04)

    Lieber Reiner, zu "wanderung":
    Ein Bildwerk, das mit wenig Farbe auskommt; die Farben von Schneeweiß über Eisgrau bis hin zum Blutrot jedoch wirken sehr eindringlich. Im Hintergrund ragt ein mächtiger arktischer Eisberg empor, im Vordergrund - nur beim genauen Hinsehen wahrnehmbar - hinter der rot gefärbten Fläche (dem "Blutschatten") eine afrikanische Baum-Strauch-Szene. Beim ersten Hinsehen deines Bildwerkes dachte ich sofort an einen wandernden Eisberg, so wie es in den jüngsten Pressemeldungen zu lesen, sehen und hören war. Eiseskälte und Flammenhitze - zwei Kontinente und doch untrennbar miteinander verbunden, um ein ausgewogenes Weltklima zu sichern.
    Die Welt respektive das Leben ist ein Wunder, Magie, Liebe. Und sie ist hier, jetzt. Ja, die Schöpfung lebt; Erde, Wasser, Stein, Pflanze, Tier und Mensch - alles und jeder hat ein Recht darauf, mit Ehrfurcht betrachtet und behandelt zu werden. Aber die Natur wird immer rücksichtsloser zur Unterwerfung gezwungen. Dabei ist vergangenes Unrecht meist nicht wieder gut zu machen. Hören wir auf, die Natur zu schänden und auszubeuten. Besinnen wir uns endlich darauf, dass Mutter Erde mit ihren vielgestaltigen Lebensformen und Landschaften vielen Völkern einst heilig war und immer noch ist.
    Lieber Reinber, "wanderung" ist ein alarmierendes Bild, intensiv und drastisch.
    Einsame Spitze!
    Herzlichst Elke

  • #190

    Beate C. Weiland (Sonntag, 08 Oktober 2017 10:11)

    für "wanderung":

    am fusse der leiter
    versammelte sich schweigen
    dem atem zuliebe

    im zentrum des geschehens
    schlossen sich die lider
    dem frieden zuliebe

    nach oben hören
    als innere entscheidung
    dem leben zuliebe

    Einklang
    Eintracht
    Einssein

    was ich mir wünsche
    kann ich nur selbst
    vorleben

    bcw


    Lieber Reiner,

    es ist ein so sinnliches, langsames Bild, das mir die Geschichte von der inneren Einstellung erzählt, die ihre Sinne offen hält und ihren Weg geht. Eine Wanderung, die ohne Vertrauen nicht gangbar ist und Möglichkeiten des Umgangs mit Situationen aufzeigt.

    Es ist wieder ein Werk von dir, das die innersten Seelenschichten erreicht. Ich erkenne es daran, dass ich beim schauen verstumme, tief eintauche und ruhig werde. So ruhig, dass ich den Bodensatz meiner Seele spüre. Das liegt an deiner Fähigkeit, Urbildsprache zu sprechen. Das ist ein großes Geschenk für mich. Danke.

    Liebe Grüsse
    von Beate








  • #189

    Elke Panke (Mittwoch, 04 Oktober 2017 09:13)

    Lieber Reiner, zu „into the great wide open”:

    Ein Schwarz-Grau-Weiß-Bildwerk. Über der alles verschluckenden schwarzen Nacht erhebt sich
    das wie hingepinselte Morgengrau – ein neuer Tag bricht an. Und über allem durchbricht
    ein leuchtender Lichtstreif den Horizont.
    Die leise Melancholie dieses Bildwerks strahlt so etwas wie ein stilles Glück aus,
    es erzählt von den wesentlichen Dingen des Lebens, nämlich von der Kreativität,
    Begeisterung und Selbstverwirklichung sowie von der hiermit einhergehende Wandlung,
    vom Beginn und von der Entfaltung.
    Ja, schöpferische Kraft reißt Hinderliches nieder und schafft Raum.
    Lenken wir unsere kreative Energie auf ein lohnendes Ziel und streben wir danach,
    die Welt zu bereichern. Künstlerische Selbstverwirklichung kann zum großen Abenteuer
    unseres Lebens werden. Wir besitzen die Gabe, aus der Fülle des Lebens heraus
    schöpferische Impulse aufzunehmen, zu verinnerlichen und Neues zu kreieren.
    Unsere Zukunft liegt vor uns – groß, weit, offen. Lassen wir uns inspirieren!
    Ein romantisches, verträumtes, leises Bildwerk.
    „Come into freedom and let us go together!”

    Dir und Ingrid einen wunderschönen Tag!
    Liebe Grüße von Elke

  • #188

    Beate C. Weiland (Mittwoch, 04 Oktober 2017 08:29)

    Lieber Reiner,

    eine schöne Hommage für Tom Petty hast du gestaltet. Die Schleier flattern lichtvoll.
    Die letzten zwei Jahre sind sehr viele Musiker gestorben und was mich neben der Tatsache, dass sie unsterblich ihre Musik hinterlassen haben, wofür ich unendlich dankbar bin, beruhigt ist, dass sich die Musikerseelen wieder treffen können.
    Ein feines Bild für eine feine Seele. Sehr berührend.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #187

    Elke Panke (Montag, 02 Oktober 2017 09:12)

    Lieber Reiner, nochmals zu „wuff“:
    Nee, nee … ich bin nicht wuff, sondern wirklich baff! Ich erkenne bei deinem kurios-famosen Bildwerk einen etwas schlammigen Sandhaufen, dessen Umrisse haarfein zerfasert sind. Diese sandige Gebilde ist „wuff“- wie ist diese Form entstanden?
    Schittebömm – ich bin neugierig! ...
    Herzlichst Elke

  • #186

    Elke Panke (Montag, 02 Oktober 2017 08:53)

    Lieber Reiner, zu „wuff“:
    Eine Figur, also ein außerirdischer, fliegender Hund namens "Wuff" vom Planeten "Doggy", der herbeieilt, seinen kleinen Erdenmops "Wau-Wau" aus den Klauen der Hundefänger zu befreien - wie aus einem Familienfilm, also spannend, lustig und verspielt. Dieses drollige "Glücksfall-Motiv" zaubert Jung und Alt ein Lächeln ins Gesicht und zeigt mir, lieber Reiner, deine innere, leise Heiterkeit sowie deinen Sinn für Humor. Vergnügen pur! Wo hast du „wuff“ nur entdeckt? Oder hast du ihn kreiert?
    Wie und Wo auch immer … Herrlich!
    Quietschfidele Grüße von Elke

  • #185

    Beate C. Weiland (Sonntag, 01 Oktober 2017 10:42)

    für "wuff":

    Es war einmal in einer grauen Zeit, als sich Trostlosigkeit und eine Art Gleichgültigkeit über den gesamten Erdball legten wie Beton ein Moment, da eine Kraft den Bodenbelag erschütterte und feinste Härchenrisse sich an der Oberfläche bildeten. Sie dehnten sich sternförmig aus an zwei Stellen. Es schien als wolle etwas von Unten nach oben lugen wollen. So dauerte es nicht lange, als durch diese haarfeinen undichten Stellen Sand stob. Es schien als sei ein eifriger Maulwurf schwer am schaufeln. Die Häufchen genau betrachtet, ergaben das Bildnis eines Hundes, Sinnbild und Symbol des guten Freundes, der sich hier bewegungsfroh mit flatternden Ohren wie aus dem Nichts zu zeigen schien. So war die Erde wieder belebt, reich an Mitgefühl und nicht zuletzt war die die archaische, tierische Kraft zurück gekehrt, die es braucht, um etwas zu bewegen, zu wandeln und zu tun. Die Menschen traten vorsichtig an dieses Wesen heran und ein ganz mutiger fragte mit bebender Stimme:
    " Hallo, du Wesen aus der unteren Welt, was hast du uns für eine Botschaft mit gebracht?"
    Der Hund entgegnete: "wuff!"
    Die Menschen schauten groß und manche, die verschlafen da standen, wurden wach durch diesen Ruf.
    Erneut fragte der eine Mensch: "Können wir irgend etwas tun, um dich in deiner Mission zu unterstützen?"
    Da meinte der Hund mit glänzenden Augen: "Spazieren gehen!"
    Da lachten die Menschen und Leben kam in die Menge, sie scharten sich um ihn und spielten, warfen Stöckchen und zogen mit ihm los, um spazieren zu gehen.
    So kam es, dass in die Herzen der Menschen wieder Fröhlichkeit einzog und auch Leichtigkeit und sie freuten sich einfach des Lebens. Im Bewegen und einfach sein.
    All das hatten sie wuff zu verdanken, denn das war sein Name. Und höflich wie er war, nannte er diesen zu allererst.
    Und die Moral von der Geschicht: in schwierigen Lagen hat es das Einfache am leichtesten zum Kern der Situation vorzudringen, die immer im Innersten liegt, in den Herzen eben ..
    Ende der Geschichte

    Lieber Reiner,

    vielen lieben Dank für dieses wunderbare Bild, das mich so erfrischend kreativ und humorvoll meinen Sonntag beginnen lässt, sodass gleich alle Bedürfnisse von die Decke über den Kopf ziehen samt die Welt draussen lassen wollen verflogen sind, denn ... ich möchte jetzt ... spazieren gehen !!

    Alles Liebe
    von Beate

  • #184

    Elke Panke (Mittwoch, 27 September 2017 11:34)

    Lieber Reiner, nochmals zu „samadhi“:
    Ich habe gestern Abend noch lange dein Bildwerk betrachtet, weil ich wissen wollte, ob es etwas „Besonderes“ in mir auslöst oder bewegt. Du siehst, „samadhi“ lässt mich nicht so einfach los. Tatsächlich sind mir danach in einem Zustand, den ich als tiefe Zufriedenheit bezeichnen möchte, folgende Gedanken gekommen: Wenn wir Kopfschmerzen haben, spüren wir unseren Kopf. Haben wir Herz- oder Bauchschmerzen, spüren wir unser Herz oder unseren Bauch. Sind wir ohne Schmerzen, spüren wir unsere Schmerzlosigkeit nicht im Geringsten. Kein glücklicher Zustand, weil sich unser Ego ununterbrochen mit uns selbst beschäftigt. Wenn wir uns hingegen rundherum gesund fühlen und unsere Schmerzlosigkeit vielleicht nur wie einen "Hauch von einem Nichts" wahrnehmen, dann vergessen wir unser egoistisches Selbst, das uns nur die reine Freude am Nichtschmerz, an der Nichtsorge oder der Nichtbelastung nimmt, indem es uns andauernd Flausen in den Kopf setzt: Bin ich gut genug? Schön? Der oder die Beste oder Erste? Wie wirke ich auf andere? … Jemand, der sein Ego loslässt, und hierdurch seinen inneren Kritikaster oder Aufschneider verstummen lässt, befindet sich immer wieder einmal in einem Zustand der Selbst-Losigkeit und damit des Überglücklichseins. Nur ein Selbst-Loser erahnt ewige Glückseligkeit.
    Ja, ich denke, dass die Bedeutung der Begriffe Samadhi und Kontemplation wesensverwandt sind - jedenfalls nach meinem Verständnis.
    Lieber Reiner, dein Bildwerk „samadhi“ ist zu meinem Meditations-Bild geworden, bei dessen Betrachtung es mir gelingt, den Alltag loszulassen, mich innerlich zu sammeln sowie Herzensruhe, Anspruchslosigkeit, Dankbarkeit, Leichtigkeit und Freude zu empfinden. Und wenn es mir glückt, mich „meerestief“ in dein Bildwerk zu versenken, gelingt es mir auch, die Existenz des göttlichen Mysteriums fraglos anzuerkennen.
    Ja, „samadhi“ ist eine abenteuerliche Reise ins Unbewusste mit dem Ziel der Bewusstwerdung und letztlich der universellen Bewusstheit.
    „samadhi“ ist eine bildnerische Besonderheit, eine Ausnahme unter den Kunstfotografien.
    Liebe Grüße auch an Ingrid von Elke

  • #183

    Beate C. Weiland (Dienstag, 26 September 2017 23:07)

    Lieber Reiner,

    jetzt habe ich die Ruhe. Für "samadhi":

    hinwendung

    zwei energien
    zeigen sich

    vortastend
    tanzend

    jede auf
    ihre Art

    empfängt
    samadhi

    wie kinder
    des lichts

    bcw

    Lieber Reiner,

    ein wunderbares Werk. Für mich beschreibt es den glückseligen Frieden innerer Kräfte, die angekommen sind. Sie strömen Dankbarkeit und Ekstase aus. Es schwingt männlich, weiblich, irdisch und spirituell im universellen Klang. So wohltuend schön.

    Liebe Grüße
    von Beate




  • #182

    Beate C. Weiland (Dienstag, 26 September 2017 13:32)

    Lieber Reiner, liebes "samadhi",

    namaste! Ich sage einfach namaste!
    Wunderschön.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #181

    Elke Panke (Dienstag, 26 September 2017 11:41)

    Lieber Reiner, zu „samadhi“:
    Die Interpretation/Analyse eines abstrakten Bildwerkes ist eine große Herausforderung! Also schaue ich zunächst auf den Titel „samadhi“, den ich erst googeln muss. Samadhi bezeichnet demnach einen „Bewusstseinszustand, der über Wachen, Träumen und Tiefschlaf hinausgeht und in dem das diskursive Denken aufhört.“ Weil mir dieser Bewusstseinszustand wohl nie vergönnt sein wird und mir dieser Zustand auch nicht vorstellbar erscheint, kommt mir der vertraute Begriff der Kontemplation in den Sinn - Versenkung, innere Sammlung, das konzentrierte Anschauen. Beide Begriffe, also Samadhi und Kontemplation sind wohl miteinander verwandt, und zumindest im künstlerischen Bereich laufen sie auf Gleiches oder Ähnliches hinaus. Folglich kann ich versuchen, dieses Bildwerk konzentriert anzuschauen und zu beschreiben:
    Der obere Bildteil ist occaschwarz, rauchblau und weißgrau. Im unteren Bildteil links kommt ein Pastellbraun hinzu, das gleichzeitig als Untergrund dient für zwei dreidimensional wirkende, hängende, parallel laufende, cremèweiße Linien, die einen Weg bilden. Durch einen Zweidimensional-Effekt entsteht ein Vorsprung, der eine Bildunterteilung in Oben und Unten und zugleich in Vorne und Hinten (!) kennzeichnet. Der Weg endet geradförmig unterhalb dieses Vorsprungs und wirkt daher wie abgeschnitten. Oder führt er direkt hinein in diesen Bildhintergrund, der ja gleichzeitig auch ETWAS darstellt, vielleicht einen Bereich oder Zustand?
    Ein filigranes, durchsichtiges und doch in sich geschlossenes Gebilde aus weißen und roten, geraden, geschwungenen, etwas unstraffen Linien wie Webfäden verbindet den oberen mit dem unteren Bildteil, wobei die sichtbaren Enden dieser Linien über den Vorsprung bzw. den Vordergrund hinweg in den unsichtbaren Bereich (ähnlich einer Schlucht) zwischen Vorder- und Hintergrund (= Zwischenbereich) verschwinden bzw. hineinfallen.
    Es ist unglaublich: Je länger und konzentrierter ich dieses Bildwerk betrachte und ich mich bemühe, das zu beschreiben, was ich sehe, bilde ich mir ein, den überbewussten Zustand, den Samadhi meint, intuitiv zu erfassen, wohlwissend, dass es nur wenigen Yogis bestimmt ist, den Samadhi-Zustand zu erreichen.
    Ich denke übrigens, dass grundsätzlich schon ein Wimpernschlag genügt, ein Augenblick des Erkennens oder Erspürens, um nach einer Zeit gefühlter „Bewusst-Losigkeit“ ein neues Ich-Bewusstsein herstellen zu können. Gelingt uns das, setzen wir Erneuerung in Bewegung und das atmende, pulsierende „Über-Uns“ verhilft dem Göttlichen in uns zur Wiederkehr.
    Aber zurück zum Bildwerk: Ich bin überzeugt, dass es dir, lieber Reiner meisterhaft gelungen ist, mit „samathi“ den Samadhi-Bewusstseinszustand vollkommen sichtbar zu machen, obwohl das nicht ALLE so sehen KÖNNEN.
    „samadhi“ ist sensationell und eine Offenbarung, die ihresgleichen sucht.
    Liebe Grüße
    Elke



  • #180

    Elke Panke (Montag, 25 September 2017 11:52)

    Hallo Reiner, zum Bildwerk „weg am rand“, Galerie alt, Raum 01:
    Von Lichtfäden und -punkten sowie von einem zartfiguralen Lichtgewebe durchdrungene Dunkelheit.
    Im unteren Bildteil scheint ein hellsandfarbenes, gegliedertes, wurmartiges Etwas zu kriechen.
    Dieses Bildwerk ist für mich ein Bild der symbolisierten Angst, so wie es in Urreligionen, Fantasien, Träumen, jedoch auch in Hirngespinsten auftauchen könnte. Wenn die Angst von uns Besitz ergreift,
    wenn sie unser Verhalten oder sogar unser gesamtes Leben bestimmt … was ist schrecklicher als
    in Angst zu leben? Und weil Angst auch die Wurzel von Hass, Wut und Gewalt ist, frage ich
    (gerade in der heutigen Zeit, in der Politiker sich wieder Angst zunutze machen und sie verbreiten):
    Was ist gefährlicher als Angst?! Vielleicht wird sich der Eine oder die Andere jetzt einen großen Fuß
    vorstellen, der diesen „Angstwurm“ zertritt – aber das wäre falsch. Richtig ist, zu VERSTEHEN,
    um seine verschiedenen Manifestationen und deren Ausbreitung zu verhindern.
    Ein archaisches, aufwühlendes Bildwerk der Extraklasse!
    Liebe Grüße
    Elke

  • #179

    Monika (Mittwoch, 20 September 2017 09:38)

    Hallo Reiner, nochmals zu „hinter glas“:
    Meiner Kollegin Monika, die ganz anders „tickt“ als ich, zeigte ich dein Werk „hinter glas“. Sie meinte aufgrund ihres ersten Eindrucks, quasi „auf die Schnelle“, dass sie in diesem zerfließenden und doch konturenakzentuierten Gesicht die weiche, runde Form des Menschen bzw. des Menschlichen und des Lebens sieht, und der scharfe Lichteinfall im Wangenbereich symbolisiert die Tatsache, dass nicht alles im Leben glatt und rund läuft, sondern dass es im Menschen wie im Leben Ecken und Kanten gibt. Monika verweist auf den krassen Gegensatz der Formen, der bei deinem Bildwerk hervorragend zum Ausdruck kommt.
    Dein Bild beeindruckte sie sehr.
    Liebe Grüße von Monika und Elke

  • #178

    Elke Panke (Dienstag, 19 September 2017 17:18)

    Lieber Reiner, zu „hinter glas“:
    Ein junges, früh gereiftes, bizarres, eher weibliches Gesicht von überirdischer Schönheit - trotz Kahlköpfigkeit - mit mühsam beherrschter Mimik und ratlos-verwirrtem Ausdruck, intensiviert durch den Verdoppelungseffekt und die Lichteinfälle bzw. durch die Belichtung. Der große, dunkle, geschminkte Mund mit den vollen, sanften Lippen (durch den Doppeleffekt leicht geöffnet wirkend), das rechte - wie in einem Comic gemalte – Auge, beinahe vampirisch, sowie die balkenähnlich-hölzerne Braue dominieren das Gesicht, das etwas Unwirklich-Puppenhaftes an sich hat. Die Stupsnase bildet einen sonderbaren, infantil-vorwitzigen Kontrast zum Rest des Gesichtes. Es sieht aus, als befände sich ein Gegenstand in der Ohrmuschel, die hierdurch „halb verschlossen“ scheint.
    Der Titel dieses außergewöhnlichen Bildwerkes „hinter glas“ suggeriert Fragilität in Bezug auf dieses „Menschen-Wesen“ – oder spiegelt dieses Wesen unsere eigene Zerbrechlichkeit oder Brüchigkeit und mahnt zu mehr Achtsamkeit und Umsicht im Kontakt miteinander oder auch im Umgang mit uns selbst?
    Zum Thema fällt mir noch ein: Wir sehen Augen und erblicken keine Gesichter. Wir sehen Ohren und erblicken keine Zuhörer. Wir sehen Tränen und erblicken keine Schmerzen. Wir sehen Schultern und erblicken keine Leidtragenden. Wir sehen den Tod und erblicken keine Sterbenden. Wir sehen Umarmungen und erblicken keine Liebe. Wir sehen Wolken und erblicken keine Morgenröte. Wir sehen Gerettete und erblicken keine Engel. Wir sehen Menschen und erblicken keine Seelen.
    Lieber Reiner, „hinter glas“ ist ein hoch emotionales Bildwerk. Eine Lichterscheinung unter deinen außergewöhnlichen Werken!
    Aus dem sonnigen Moers grüßt dich und Ingrid
    eine faszinierte Elke

  • #177

    Beate C. Weiland (Dienstag, 19 September 2017 15:05)

    für "hinter glas":

    sinn e

    hörst du das rufen
    lautlos zurufen
    ein ohr lang hör zu


    siehst du das viele
    blickflutende blenden
    pupillen punkt genau

    schmeckst du die stille
    bekenntnis der lippen
    tief reich endes schweigen

    gläsernes sein
    hinter glas
    zulassen

    was für eine
    Offenbarung

    bcw


    Lieber Reiner,

    jetzt sitze ich hier wie ein gläserner Brunnen, geflutet von Heilung. Heilung für die verletzten Sinne. Es hat mich so abgeholt, das gläserne Wesen im sich zeigen, dass alles fliesst. Es findet seinen Weg in die freien, weiten Wasser.
    Reiner, du bist ein Geschenk. Und das ist noch untertrieben. Ich bin dir unendlich dankbar für dieses Bild.

    Liebe Grüße
    von Beate








  • #176

    Elke Panke (Montag, 18 September 2017 11:47)

    Lieber Reiner, zu „summer's almost gone“:

    Auf einem sauber gefegten, vom Unkraut befreiten, asphaltgrauen Bürgersteig sind mit leuchtend lindgrüner Kreide ein Pfeil nach vorn (bzw. oben) und ein Recht- oder Viereck aufgemalt. Hierauf verstreut liegen einige wenige nussbraune und maisgelbe, langsam spröde werdende Herbstlaubblätter. Die Szene wirkt wie inszeniert - obgleich wohl dem Zufall und dem künstlerischen Detailblick geschuldet - und strahlt eine gewisse Melancholie aus; eine Tristesse, die viele Menschen empfinden, wenn der Sommer sich verabschiedet und der Herbst Einzug hält. Der hoffnungsgrüne Pfeil zeigt jedoch ein ermutigendes „Vorwärts!“ oder ein tröstliches „Schau nach oben: Die Zeiten wechseln, aber der Himmel bleibt!“ an. Das Recht- oder Viereck, das nur zum Teil zu sehen ist, versinnbildlicht vielleicht unseren inneren Rückzug sowie unser erhöhtes herbst-winterliches Bedürfnis nach Schutz, Sicherheit und Wärme in den dunklen, kühlen und nassen Jahreszeiten. Zum Thema fällt mir noch ein, dass der Anblick seines winterkargen Geästs trügt - der Baum ist nämlich nicht tot. Er ruht, tankt Kraft, wartet auf die Zeit seines Erwachens und Erblühens. Das tut auch uns gut. Überfordern wir uns nicht, gehen wir sorgsam mit unserer Lebensenergie um. So erhalten wir die Chance des Wachsens und Reifens. Das Geheimnis des Lebens? … Ewiger Wandel - werden, sein, vergehen …
    Lieber Reiner, "summer's almost gone" ist ein eigenwillig-ästhetisches Herbst-Stilleben mit Symbolcharakter!

    Herbstliche Grüße von Elke

  • #175

    Beate C. Weiland (Samstag, 16 September 2017 23:53)

    für "summer's almost gone":

    Melancholisch schaut das Blattgesicht im grünen es-geht-voran-Pfeil. Sommerlicht. Die Blättchen fallen eingerollt und bleiben liegen. Auf den Boden sehen ist einfach schön. Sehnsucht nach Einfachheit spüre ich im Bild. Es gefällt mir sehr gut, dazu die Musik von einer Band, die bei mir gleich nach David Bowie in der Rangliste platziert sind.

    Lieber Reiner,
    mir gefallen deine einfachen alltäglichen Entdeckungen. In ganz Natur belassener Ansicht genau so wie in völlig abstrahierter Form. Ich musste schmunzeln, denn heute Nachmittag, wo es mich in die Sonne rauszog, bin ich auch über Platten gelaufen mit Blattwerk und stehen geblieben. Allerdings ohne grünes Pfeilmännchen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit Sonnenwärme im Gesicht, lieber Reiner!

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #174

    Elke Panke (Donnerstag, 14 September 2017 09:49)

    Lieber Reiner, zum Bildwerk in Galerie alt, Raum 05, letztes Bild unten rechts:

    Dieses Bildwerk in Flieder, Lachs, Pastellblau und Weiß zeigt die kunstvoll gefalteten Seiten eines Buches. Durch das Gefaltete verbirgt sich das blassschwarze geschriebene Wort; der Inhalt des Buches bleibt unlesbar. Gleichzeitig dominiert ein durch die Faltenform entstandenes ovales, bauchiges Gebilde das Bildwerk, das einfach nur wunderschön anzuschauen ist. Sucht man allerdings nach einer Aussage dieses Werkes, dann
    denke ich wieder daran, dass Sprache unsere Gefühle und Gedanken in Worte fasst, unsere Wünsche und Bedürfnisse beschreibt, Geschichten überliefert, Träume erzählt und der Welt unsere Ideen mitteilt. Sprache lässt uns Kontakt mit anderen aufnehmen, sie verbindet Menschen miteinander und lässt Ganzheit entstehen. Und übriges: Ohne Sprache hätte ich meine vielen Kurzgeschichten, Texte und Gedichte nicht schreiben und in Bücher binden lassen können ...
    Ein bezauberndes Bildwerk mit erlesenem Detailblick!

    Herzliche Grüße von Elke

  • #173

    Elke Panke (Dienstag, 12 September 2017 11:53)

    Lieber Reiner, zu „verteilung“:

    Wieder ein Bildwerk in vielen Grauweiß-Abstufungen - klar und überschaubar. Ich erkenne so etwas wie einen Metallschrank, auf dem quadratische und rechteckige, ausgebuchtete Klebestreifen haften. Auf der linken Seite befinden sich sechs Klebestreifen, auf der rechten 14. Ein Klebestreifen auf der rechten Metallschrankseite wirkt wie „angestrahlt“. Im rechten Bereich befinden sich einige dezent schmutziggraue Schlieren. Wie der Bildtitel „verteilung“ andeutet, geht es wahrscheinlich um Verteilung und damit einhergehend letzten Endes um soziale Gerechtigkeit. Leider Gottes glaube ich nicht, dass die Regierungen (also die mit dem Willen zur Macht) soziale Gerechtigkeit jemals werden herstellen können oder wollen: Der unbedingte Wille zur Macht ist nämlich hässlich und unanständig, wird ihm letzten Endes alles unterworfen: Ehrlichkeit, Mitgefühl, selbst die eigene Gesundheit, sogar eigenes Vermögen und – nicht zuletzt – die Liebe. In einem meiner Texte heißt es: „… Ist es nicht zum Lachen, worüber sich die Reichen Sorgen machen, während Kinder lauthals sterben – oder auch ganz leise? Manchmal kann man nur noch weinen über all das Menschenleiden in dieser missverstand’nen Welt.“ Mein Blick fällt auf diesen einen in Lichtweiß getauchten alltagsgrauen Klebestreifen, und ich finde plötzlich Trost in dem Gedanken, dass, wenn jemand mitfühlend, gütig und menschenfreundlich ist, er zu teilen, verschenken und zu helfen weiß. Bestimmt besitzt dieser Jemand eine nicht zu unterschätzende soziale Macht – und die vereint ...
    Ein gesellschaftskritisches Bildwerk, ein politisches.
    Ein echter Hingucker!

    Liebe Grüße auch an Ingrid von Elke

  • #172

    Beate C. Weiland (Dienstag, 12 September 2017 10:38)

    für "verteilung" :

    verteilung

    panzer band augen
    aus undichten stellen
    grenzwertig schauen

    los ziehen
    im warteraum
    staatischer ordnung

    not darf sich
    aushalten
    fallen erlaubt

    herzlich willkommen
    postfaktisch erledigt

    bcw

    Lieber Reiner,
    was für eine Symbolik, die ich scharfzüngig kommentiere ob des mich anspringenden "völlig am menschen vorbei". Zu erwähnen sei noch die Rechtlastigkeit der Verteilung im Wandtafelbild.
    Ein starkes Bild in seiner Aussagekraft samt dem motivlich außergewöhnlichen Fund, den du getätigt hast.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #171

    Elke Panke (Sonntag, 10 September 2017 15:56)

    Lieber Reiner, zu "in diesen zeiten II":
    ein Bildwerk in Weiß-, Grau- und Schwarztönen. Fein nuanciert das Erd- und Kosmosschwarz, das Dämmer- und Staubgrau sowie das Feder- und Lichtweiß. Ich erkenne einen Baum mit Astlöchern. Aber in Wahrheit ist es das Gesicht eine/r Alten oder eines Kindes mit großen schreckgeweiteten Augen. Angst, Grauen, Trauer, Sprachlosigkeit, Tränenleere, Hoffnungslosigkeit, Ungläubigkeit, stummer Aufschrei ... Das rechte Auges dieses Gesichtes, ein Symbol für die zerschundene und vergewaltigte Menschlichkeit, ist verwischt: In seinem Inneren befindet sich eine figurale (menschliche) Silhouette. Dieses verwischte Auge lässt mich hoffen, ist dieser Blick doch , gerichtet auf das aktuelle Zeitgeschehen, wie uns der Titel "in diesen Zeiten II" verrät, womöglich getrübt. Ich erkenne beim Betrachten dieses großartigen Fotokunstwerkes, das an Menschlichkeit, Vernunft und Weisheit appelliert, auch ein Zeichen der Stärke - eine Stärke, die uns Mut machen sollte: Wenn wir beim Unausweichlichen gelassen bleiben, auch in Schwachheit Stärke wahrnehmen, bei aller Grübelei im Abwägen Chancen erkennen, vor lauter Schicksalsgläubigkeit nicht in Unschlüssigkeit verharren, nicht leichtsinnig, sondern unbeschwert der Zukunft begegnen, Hirngespinsten nicht mehr nachjagen, sondern der Fantasie Flügel verleihen, im Trauern nicht in Selbstmitleid versinken, Heilung von Krankheit sowie Schmerzlosigkeit als Lebensgeschenke begreifen, Lebenslust nicht durch Gier und Überfluss verlieren, die Mühen von Arbeit und Pflichten lohnenswert erachten, selbst schmerzliche Wahrheiten lieber hinnehmen als wohlige Täuschung oder höfliche Lügen, uns an der Natur orientieren, wenn wir Zukunftsängste in Zuversicht umwandeln und beim Sterben auf ein "Danach" hoffen, verwirklichen und bewahrheiten sich unser Herzensziele. JA! Beim Anblick dieses Bildwerkes, intensiver als Munchs "Der Schrei", will ich kein Hasenfuß mehr sein, sondern ein Löwenherz haben mit ganz viel Mut zum Lieben und Vertrauen.
    Auf dem ersten Blick verstörend, bei längerer Betrachtung jedoch auffordernd, Lösungen auszuprobieren und zu finden. Jede/r darf mitmachen - also nicht nur mitdenken und mitfühlen, sondern mitgestalten, mithelfen, mittun!
    ICH weiß jetzt jedenfalls, was ICH noch zu tun habe ...
    "in diesen zeiten II" ist die hohe Schule der Kunstfotografie - ein Universal-Bild!
    Herzliche Grüße von Elke

  • #170

    Beate C. Weiland (Sonntag, 10 September 2017 12:03)

    für: "in diesen zeiten"

    ... indem es sich zeigt, hilft es ...
    für mich ein Heilungsbild.

    Viele Wortanläufe habe ich getätigt, alle haben sich zurück gezogen. Nur dieser Satz ist stehen geblieben. Das Bild braucht keine Worte. Es wirkt und wirkt und wirkt ...
    Danke, lieber Reiner.

    Liebe Grüße
    von Beate

  • #169

    Elke Panke (Freitag, 08 September 2017 09:46)

    Lieber Reiner, zu „ausklang“:
    Ein ätherisch wirkendes Bildwerk in Weiß und Grau. Teile eines feinen Schals mit Fransen verschmelzen mit dem Hintergrund, wobei vielleicht der fransige Schalteil auf dem Mittelstück des Schals drapiert wurde.
    Die eigentlich eingeschränkte Farbpalette Weiß-Grau zeigt erstaunlich viele Nuancen. Teile des Schals sind in verschiedenen Weiß- und Grautönen sanft verwischt. So atmen aus den Weißnuancen Ewigweiß und Seelenweiß, aus den Grautönen erwachen Asche- und Lichtgrau. Durch den Effekt des Verwischens kommt dem Schal eine höhere Bedeutung zu. Ich denke an einen Theaterschauspieler mit dem obligatorischen „Künstlerschal“ lässig über die Schulter geworfen. Am Ende der Vorstellung verneigt sich der Schauspieler:
    Der Vorhang fällt, das Spiel ist aus. Applaus, Applaus. Ach, könntest du dich sehen, jetzt: Wie schön du bist, wie gut, wie echt! Kein strahlender Theaterhimmelstern – ein Menschenstern, zum Greifen nah und innen licht.
    Eine gelungene Inszenierung!
    Ein schönes Wochenende, Tschüssi!
    Elke

    P.S. Der poetische Text von Beate C. Weiland für "ausklang" gefällt mir sehr sehr gut!

  • #168

    Beate C. Weiland (Freitag, 08 September 2017 06:17)

    für "ausklang":

    jeder Faden
    ein Gebet
    jede Welle
    ein Gesang

    fein verwoben
    über Generationen
    getragen von
    Himmelslicht

    Urton
    Aum
    Klangraum
    Ausklang

    Neuanfang

    bcw


    Lieber Reiner,

    ein Heilungsbild ist geboren. In den innersten Synapsen meiner Nervenstränge beginnt es zu entspannen ....
    Danke. Reiner, danke dafür.

    Liebe Grüße
    von Beate





  • #167

    Elke Panke (Donnerstag, 07 September 2017 09:56)

    Guten Tag, lieber Reiner!
    Zu deinem Bildwerk „auf den spuren“, Galerie alt, Raum 01:
    Ojeojeoje … eine große Herausforderung - dieses Bildwerk in Nebel- bis Sturmwolkengrau! Schreiendrote fadenförmige und stählerne Querlinien. Über der mittigen haardünnen Linie befinden sich zerfaserte Flächen, die in einem warmen Mittelrot zerfließen. Die dunkelrot pulsierenden Flecken erinnern an Blutspuren. Der Titel „auf den spuren“ verrät mir, dass es sich bei den weißen „spuren“ womöglich um Reifenabdrücke handeln könnte. In der rechten Bildhälfte dominiert ein harpunenähnliches Gebilde. Beim Betrachten dieses Bildwerkes denke ich unwillkürlich an Walfischfänger, die einem Wal „auf der Spur“ sind, um ihn zu harpunieren. Ein qualvolles Sterben! Dieses düstere Bildwerk besitzt die Wirkung eines Mahn- oder Denkmals. Wie stets bin ich über die Tatsache verwundert, wie tiefgreifend und radikal Abstraktion konkrete Geschehnisse oder profane Alltäglichkeit veranschaulichen kann. Schier unglaublich, welches (subjektive oder auch kollektive) Kopfkino sich beim Anschauen deiner Werke in den Köpfen der Menschen abspielt.
    Ein überaus bemerkenswertes Bildwerk!

    Liebe Grüße von Elke

  • #166

    Elke Panke (Mittwoch, 06 September 2017 15:59)

    Hallo Reiner, zu Galerie alt, Raum 07, 3. Reihe, Bild in der Mitte:
    Picasso verarbeitete in der Blauen Periode eher melancholische Gefühle, und auch dein Bildwerk in Blau strahlt Ruhe, Frieden und Harmonie aus. Allerdings empfinde ich eine gewisse Spannung aufgrund der verschiedenen Blautöne, vom Frostblau und Ozeanblau, über Tintenblau bis hin zum Schwarzblau. Die Licht- und Schattenspiegelungen verleihen dem Bildwerk eine originäre Dynamik.
    Ganz spontan assoziierte ich beim Betrachten dieses Bildwerks die Stonehenge-Anlage; die aufrecht stehenden, liegenden und „schwebenden“ massiven Balken erinnern mich an die jungsteinzeitlichen Steinkolosse. Dieses Bildwerk in Blau besitzt zwar etwas Archaisches, nichtsdestotrotz strahlt es moderne Sachlichkeit aus.
    Kurios … es gleicht einer in der Mitte geknickten Aquarellzeichnung.
    Da ich ein enormes geschichtliches Interesse besitze, fesselt mich dieses Bildwerk außerordentlich. Und intuitiv beleuchtest du mit diesem Bildwerk das Geheimnis von Stonehege: In besonderen Augenblicken der Stille und Reinheit, nachts, schauten die Menschen in den Sternenhimmel. Dann konnten sie fühlen und spüren, dass sie sich entfalten und über sich hinauswachsen dürfen, dass ihre Existenz eine große Ehre ist und ein Grund zu großer Freude, dass sie eine Seele wie ein Streifen freien Landes besitzen und dass ein Licht am Ende ihres Weges den umwölkten Ursprung allen Daseins erhellt. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt stimmt, aber ich stelle mir das beim gebannten Betrachten deines wunderblauen Bildwerkes einfach so vor.
    Faszinierend! … Wirklich!

    Liebe Grüße von Elke

  • #165

    Beate C. Weiland (Mittwoch, 06 September 2017 13:18)

    Lieber Reiner,

    wie bereits angekündigt, kehre ich noch einmal wieder, zu deinem Bild "landschaft im rückzug", diesmal leer. Entschuldige, dass ich vor lauter Aufregung auch noch deinen Titel falsch zitiert habe!

    für "landschaft im rückzug":

    ein Hauch
    einst Hügel

    ein Bogen
    einst Baum

    ein Lebenslauf
    in weiter Ferne

    aufsteigende
    Punkte ...

    bcw

    Liebe Grüße
    von Beate




    Liebe Elke,
    danke für deine Gedanken zu meinem Text. Um deine Frage zu beantworten: nein, es wäre nichts für mich. Ich fühle mich im unteren Teil des Eisbergs viel wohler und kann von dort auch eher wirken, indem ich mich aufs Zeigen von Belangen konzentriere. Jedoch die Menschen, die es können, aktiv in Gruppen in der Öffentlichkeit aufzutreten, sollen es gerne tun, möchte ich noch hinzu fügen.

    Liebe Grüße
    von Beate








  • #164

    Elke Panke (Montag, 04 September 2017 15:45)

    Liebe Beate,
    auch mir tun all die Menschen, die Opfer von Krieg, Anschlägen und/oder sämtlichen Naturkatastrophen sind, unsagbar leid! Allerdings sind diese Gewaltakte und Naturgewalten (oft mutwillige oder leichtsinnige Zerstörungen durch Menschen) in erster Linie für Menschen verheerend oder gar tödlich – die NATUR hilft sich letztlich selbst, sie ist wandlungsfähig und wird alles, sogar einen Supervulkanausbruch oder einen Kometen- oder Asteroideneinschlag überleben. Nur das Ende aller Zeit überlebt selbst die ERDE nicht; dieser Zeitpunkt ist gekommen, wenn der Planet Erde in ferner Zukunft aufhört zu existieren. Noch ein Aspekt aus wissenschaftlicher Sicht vereinfacht formuliert: Viele Naturkatastrophen verursacht die Natur selbst, um regenerieren zu können. So ist bspw. verbrannte Erde (Waldbrände) besonders nährstoffreich. Die Natur (Vegetation) erholt sich und erwacht zu neuem Leben. Übrigens: Um die eigene Regeneration zu erreichen, macht die Natur keinen Halt vor Mensch, Tier und Pflanze. Das ist ein Naturgesetz. Die Erde ist 4,6 Milliarden Jahre alt, Eiszeiten folgten auf Warmzeiten und umgekehrt – alles ohne menschliches Zutun. Allerdings ist der Mensch am jetzigen Klimawandel keineswegs schuldlos. Im Gegenteil, der Klimawandel läuft zurzeit sehr viel schneller ab als jeder andere zuvor. Ausgeschlossen, dass natürliche Prozesse einen so rasanten weltweiten Wandel bewirken. Das ist schon erschreckend! Selbstverständlich kann der Einzelne "den Lauf der Welt" nicht aufhalten – es hilft jedoch, sich mit anderen zusammenzuschließen, um das Bewusstsein der Menschen zu verändern (aktives Mitglied bei Greenpeace werden); und selbst alleine kann ich Einiges für die Umwelt tun.
    Wenn das mehr Menschen tun würden ... Mensch, das hat doch was Beruhigendes - oder?
    Liebe Grüße von Elke

  • #163

    Beate C. Weiland (Montag, 04 September 2017 10:52)

    für "landschaft im rückzug":

    im sturm der zeit

    geschwindigkeit
    erhöhen!
    leistung muss
    schnell gehen

    geschwindigkeit
    erhöhen!
    der wald stöhnt

    geschwindigkeit
    erhöhen!
    unnützes weg

    geschwindigkeit
    erhöhen!
    sturmfluten
    brechen los

    zulässige
    geschwindigkeit
    überschritten

    der wald
    legt sich nieder
    unter den
    massen der wasser

    die ozeane
    haben sich
    verabredet

    das treiben
    der menschen
    zu unterspülen

    nein, so wichtig
    macht sich
    die natur niemals

    sie versucht
    missstände
    auszugleichen

    bis nichts mehr
    geht

    irrglaube
    des menschen
    fort schreiten
    sei das A und O

    so zieht sich
    die Natur
    zurück

    bcw

    Lieber Reiner,

    ich werde noch später einmal zum Bild zurück kehren, denn heute, wo ich es entdecke, assoziiere ich sofort Aktuelles und bin sehr emotional. Ein Drittel von Nepal sehe ich hier unter Wasser. Die Flut- und Monsunwellen spülen alles fort. Die Not von Mutter Erde, allen menschlichen Fremdeinfluss nicht mehr ausgleichen zu können, ist für mich so präsent. Doch dein Bild ist friedlich. Die Ozeane waren da, bevor die Kontinente entstanden. So verstehe ich jetzt deinen Titel "rückzug der natur". Das kann sich noch ändern ...
    Dein Bild spült meinen Schmerz hoch und kühlt ihn zeitgleich. Ich hab so weinen müssen, als ich das von Nepal, Bangladesh und Indien las.

    Danke für deinen Mut, Reiner.

    Liebe Grüße
    von Beate